Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bekommt im Zuge des "War for Talents" immer größere Relevanz.

Es reicht jedoch nicht, sich nur der Verhaltensprävention zu widmen und Kurse zur Gesundheitsförderung anzubieten.
Die Verhältnisprävention ist mehr und mehr gefragt.

Welche Verhältnisse müssen vorherrschen, damit zum einen das Wohlbefinden, die Mitarbeiterbindung und auf der anderen Seite die Leistungsfähigkeit als auch die Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden sichergestellt ist?
Zudem strömt eine neue Generation von Fachkräften auf den Arbeitsmarkt, die, glaubt man den Meldungen ganz anders ticken soll. Auch diesen Aspekt muss ein BGM mit einbeziehen.

 

Frau Zander hat dazu für den VDSI e.V. auf der Corporate Health Convention als Keynote Speaker Stellung genommen.

Das das Thema von großem Interesse war, konnte man an den vollbesetzten Plätzen sehen.

 

Zunächst geht Frau Zander auf die Strukturen und Prozesse, die sich aufgrund der digitalen Transformation im totalen Umbruch befinden ein. Kurz gefasst:

  • Die Arbeitsbedingungen sind mehr und mehr geprägt von Agilität (dynamisch und flexibel).
  • Wir befinden uns in einer VUCA-Welt, was heißt, dass der Arbeitsalltag geprägt ist von Unbeständigkeit (Volatility), Unsicherheit (Uncertainty), Komplexität (Complexity), Mehrdeutigkeit (Ambiguity). In der VUCA-Welt geht es vor allem darum, Zukunft vorauszudenken und mit zeitgemäßen Lösungen das Miteinander in Unternehmen zu stärken.

 

Wie passen nun diese Bedingungen zu den Gen Y/Z und was ist die Aufgabe von betrieblichen Gesundheitsmanagern um die betrieblichen Anforderungen und denen der Mitarbeitenden in Einklang zu bringen?

Je nach Studie werden mehr oder weniger Unterschiede festgestellt. Gewiss ist, so hören wir, dass sich die Werte und die Arbeitseinstellungen geändert haben. Während die Babyboomer der Arbeit einen hohen Stellenwert beimessen und Werte wie Gemeinschaft, Loyalität und Ordnung zählen, ist für die Gen Y (ab '81 Geborene) die Abwechslung und Beteiligung mit Selbstverwirklichung wichtig sowie für die Gen Z (ab '95 Geborene) Stabilität, Erfüllung, Sicherheit opportun ist. Die Arbeit hat dafür einen geringeren Stellenwert und eine häufig widerspruchslose Hingabe wird bei GenY/Z abgelöst von dem Wunsch nach mehr Work-Private-Balance, einem erfüllenden sinngebenden und Freude bereitenden Beruf.

Ja denke ich, wir die Spaßgesellschaft. Nichts wirklich Neues und was hat das mit BGM zu tun? Aber schon legt meine Kollegin nach und schwenkt über zum Thema Führung. Sie verweist auf eine Studie von Prof. Dr. Böhm der Universität St. Gallen. Derzufolge

ist die Qualität der Führungsbeziehung entscheidend dafür wie mit der Digitalisierung umgegangen wird.

  • würden Führungsfehler zu Präsentismus und emotionaler Erschöpfung (Burnout) führen.
  • sei das Selbstmanagement der digitalen Auszeiten zu schulen und
  • Angst den Arbeitsplatz zu verlieren haben die Generation Y/Z und nicht die Älteren.

Das ist auch meine praktische Erfahrung: die Führung ist der Dreh und Angelpunkt, ob nun das Verhalten oder die Arbeitsbedingungen betreffend.

Es wird ausgeführt, dass moderne Führungmodelle auf vier Säulen aufbauen, die da sind: Beziehung, System, Partizipation und Sinn. Und so wie es klingt, meint sie es auch. Hierarchische Modelle seien out. Die Führung ist Vorbild, geht in Beziehung mit den Mitarbeitenden, beteiligt, betrachtet nicht nur seinen Mikrokosmus, sondern kommuniziert und handelt unter Beachtung des gesamten Systems und erläutert natürlich auch kompetent das Wie und Warum. Ein paar ausgewählte moderne Führungsmodelle werden vorgestellt.

BGM ist ja häufig bei der HR-Abteilung angesiedelt und so ist das Thema gut adressiert: BGM-Verantwortliche unterstützen beim Thema Führung, evaluieren die Führungskultur und tragen dafür Sorge, dass die Organisation sich im Rahmen der digitalen Transformation weiter entwickeln kann und so ganz nebenbei wird man auch den GenY/Z gerecht.

Mehr zu der Gen Z und auch zu modernen Führungsmodellen demnächst unter Wissenswertes :-)

Autor: Brigitte Stark